Die Anfänge des Wahnsinns



Nach drei Jahren gut protokollierter Züchterei, habe ich bereits eine recht beachtliche Strecke hinter mich gebracht auf dem Weg zu langem Haar. Ich hatte zweimal mit Haarausfall zu kämpfen, einmal davon wirklich massiv, sodass ich nicht so weit bin, wie ich es hätte sein können. Insgesamt habe ich die Rückschläge aber gut überstanden, sodass ich jetzt wieder an einem Punkt bin, an dem ich meine Haare sehr mag, auch wenn immer noch Schäden deutlich zu sehen sind – wenn ich will, dass man sie sieht. Sonst nicht. 

Wie alles begann: Kleinkind bis Grundschüler
Geboren mit dunklem Haar, das dann ausfiel, wuchs mir alsbald ein honigblonder Schopf mit leicht gewellten Spitzen, der aber rasch abdunkelte und zu etwas geschnitten wurde, was als praktischer Topfschnitt bekannt ist, auch geläufig als Prinz Eisenherz oder euphemistisch: Pagenkopf. An der Länge tat sich nicht viel, denn „Schneid ab, dann wachsen sie schneller!“.  Ihr seht, ich habe mir mit einer Gardine geholfen, um ein bisschen wie Rapunzel zu sein. Ein schwarzes Tuch zum Schneewittchensein gab es auch.

Teenager von etwa 12 bis 15.
Mit Beginn der Pubertät hatte ich mich genug emanzipiert, um meine Haare wachsen zu lassen. Auch der Pony sollte verschwinden. Als ich zum Angleichen ging, verpasste man mir wieder einen Longbob, statt des gewünschtes V-Cuts und ich weiß jetzt noch, wie ich mich im Wohnzimmer auf der Couch gewälzt und geheult habe, wegen dieser unterschiedlichen Interpretation von „Bitte einmal den Pony zum Rest angleichen!“  Wie man mir den abgeschnittenen Pferdeschwanz noch vorgehalten hat und ich so sprachlos war (etwas, was bis heute selten vorkommt), dass das große Geheule erst zu Hause angestimmt werden konnte. Nun, es wuchs nach und mit konsequentem Nichtschneiden hatte ich zur Konfirmation (drittes Bild) immerhin wieder etwas, was die meisten Menschen als lange Haare durchgehen lassen.Dass ich oft langweilig mit meiner Frisur aussah, lag wphl weniger an den Haren an sich, als vielmehr an meiner fraglich Vorliebe für beige T-Shirts.

Auf dem Weg in die Volljährigkleit, Ziellänge klar definiert.
Seit ich denken kann, habe ich mir Haare bis zur Taille gewünscht. Und nach dem Malheur des Ponyangleichenlassens war ich vorsichtig geworden und ging nur noch sehr selten zum Frisör. Was gut funktionierte. Meine Haare waren gesund, schon damals habe ich nur selten geföhnt, brav Shampoo nur für den Kopf und Spülung für die Längen verwendet und Olivenöl hab ich auch ab und zu reingematscht. Auch damals habe ich schon mit der Bastelschere (!) am Schreibtisch in der Sonne gesessen und mir den Spliss einzeln rausgeschnitten. Welch Aha-Erlebnis, als ich vor 3 Jahren das LHN fand und dort ein ganzer Haufen Leute war, die das auch taten und dafür sogar einen Namen hatten : S&D (Search&Destroy).  Ebenfalls schon damals habe ich meine Haare gemessen, allerdings mit einem Lineal, das ich am Hinterkopfscheitelwirbel angesetzt habe und dann mit einer Haarsträhne dran hochgehalten habe. War ein erhebendes Gefühl vom 30cm Standardlineal auf das 50cm Megateil zu wechseln.
Ich war ebenfalls schon irre gnug, um meine Mutter um Längenbilder vor und nach dem Frisör zu drängen (endlich ein V-Cut, wie ich ihn haben wollte! Ertse beiden Bilder).
Mein Traum waren taillenlange Locken zum Abiball. Und ich wusste ja, dass Locken einkürzen. Also habe ich wachsen lassen. Leider kam meine liebe Freundin auf die glorreiche Idee mein ach so ödes Straßenköterblond (!!! Hallo? Wie toll sehen die Haare denn bitte auf den vorher-nacher-Bildern aus? Wo sind die langweilig? Okay, Jahrtausendwechsel, ja, ich verstehe schon. Es waren bunte Technofrisuren in…) aufzupimpen und schenkte mir zum 17. Geburtstag blonde Strähnchen aus der Drogerie. Wir haben Haubensträhnchen gemacht. Eine der schlimmsten Torturen, die ich meinen Haaren je unterzogen habe. Ich habe bitter bereut.

Abiballhaare. Gibt leider keine großen Bilder davon.
Obwohl die Strähnchen (eigentlich fast das komplette Deckhaar) bald anfingen unten nur so wegzubröseln, dass ich mit meinen Splissschnitten gar nicht mehr hinterher kam, habe ich es geschafft bis zum Abiball knapp Hüftknochenlänge zu erreichen, was gelockt immerhin Midback ausmachte.

Anfang des dritten Lebensjahrzehnts: Studentin
Dann war das Ziel erreicht, das Studium und ein neuer Lebensabschnitt begannen und die Haare wurden auf APL bis BSL gekürzt und durchgestuft, gesträhnt (diesmal von jemandem, der das konnte) und für die nächsten Jahre war ich glücklich mit unterschiedlichen Strähnchen und/oder Undercolor rund um APL bis BSL eben. Mal blonder, mal brauner, mal rötlicher. Einen Pony habe ich auch angetestet, weil ich den immer an anderen so schön fand, aber wie ihr seht, war das nicht so das Wahre. Meine Frisörin hat ihn mir aber schnell wieder angepasst. 

Willkommen zurück Naturhaarfarbe, auf zu mehr Länge!
Dann kam der Wunsch nach langem Haar wieder. Also nach Taillenlänge. Und es war klar, dass ich nur eins haben konnte: gefärbte und blondieret Haare oder längere Haare. Also habe ich über eineinhalb Jahre immer wieder die Haare angleichen lassen bis ein so weicher Verlauf entstanden war, dass ich rauswachsen lassen konnte.
Damals noch stark angeschrägte Seiten, die ich aber sehr mochte. Es gab noch ein Tönungsintermezzo mit braun, das mich zu blass machte, aber ansonsten schön war und dann war es auch schon 2010 und auf der Suche nach Tips bin ich im web am LHN hängen geblieben. Und hab mich festgelesen. Was ein bisschen so war, als würde man plötzlich seine Familie finden. So viele Leute, die Spliss einzeln rausschnitten und ihre Haare vermessen hatten. Ich war fasziniert und hochmotiviert. Mit 73cm nach SSS meldete ich mich an und es sollte sehr bald Erfolge zu verzeichnen geben.

Here you see my personal hair-history before I found the onlinecommunities to grow my hair with.
I always wanted long hair, but as a child I was not allowed to. Shorter hair was easier to manage - for my mom. Later I grew it out and felt much better with it. Once I had an accident at the hairdresser's, as I wanted to have my bangs fit to the length. I meant an U- oder V-cut, but what I got was a bob. That was a lot of crying. Than I let my hair grow till the end auf school as I wanted long locks at promnight. A goal I reached. :) With the beginning of my life as a student I made a cut to APL or BSL and let my hair dye with highlights and lowlights and an undercolur. I stick to this hairstyle for a few year and than I started growing again, longing for waistlength. I had a good hairdresser who helped me bring my dyed hair in line with my natural hair colour as I already knew that I could not have both: length and dyed hair. The last picture shows my hair pretty close before I joined the langhaarnetzwerk. Somehow BSLish, healthy and layerd. I liked the look and still do.

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