Wie ein Versprechen

Man sollte meinen, dass das Langhaarhobby hauptsächlich dafür gut ist, dass man Frisuren lernt und aus dem Kühlschrankinhalt Haarkuren panscht.
Weit gefehlt!
Wie bei allen guten Vereinen lernt man vor allem einen Haufen interessanter Menschen kennen. Eine weitere von ihnen habe ich letztes Wochenende dann tatsächlich auch endlich mal "im echten Leben" getroffen, nämlich hier in Dortmund  bei ihrer Lesung.
Darf ich vorstellen?


Stefanie Zesewitz, im Forum besser bekannt als Saree. Tizianfarbiges Langhaar mit einer Schwäche respektive Stärke fürs Schreiben. Letzten Samstag hat sie mir und einigen anderen im Café Chocolat im Kreuzviertel aus ihrem zweiten Buch "Wie ein Versprechen" vorgelesen.
Mädels, ich bin ja derzeit eher der Sachbuchfresser und bei Belletristik habe ich es echt nicht so mit historischen Romanen. Aber ich habe mich doch sehr gefreut die Geschichte von Dina mit nach Hause nehmen zu können. Die Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus ist ja hinlänglich in diversen Werken ausgeschlachtet worden. Nichts desto Trotz behaupte ich jetzt mal, dass "Wie ein Versprechen" für die meisten von euch dann doch mal eine ganz andere Lektüren sein wird.
Wieso?
Weil die Geschichte in der schwul-lesbischen Szene spielt, die Hauptperson Dina wird somit von den neuen politischen Entwicklungen direkt ins Herz getroffen. Und mal ehrlich: wer von euch hat jetzt jenseits von "Brokeback Mountain" eine Geschichte aus der Szene schon mal gesehen oder gar gelesen? Ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass Homosexualität  in der bekannten Unterhaltungsliteratur noch geringer vertreten ist als der berühmt berüchtigte Quotenschwarze. Irgendwo im Hintergrund, da gibt es dann einen schwulen Freund, der einer Protagonsitin beim Shopping assistiert. So vielleicht. Aber sonst? Bitter.
Ich täte Saree aber großes Unrecht ihre Geschichte auf diesen Aspekt zu reduzieren. Wie bei den meisten guten Büchern sieht man den Protagonisten bei ihrer Reifung und Entwicklung zu, fiebert mit ihnen und hat Freude am geschriebenen Wort als solches. Zu meiner großen Erleichterung fängt die Hauptperson Dina zwar als süßer kleiner Tollpatsch an, entwickelt sich aber rasch weiter, sodass sie sich nicht mehr ständig wie andere modernere verzweifelte Hausfrauen *hust* vor ihrem Mann respektive ihrer Frau zum Dummerchen degradieren und gerettet werden muss, weil sie ja so liebenswert hilflos ist... Bei diesem Stereotyp von Frau in all seinen Graustufen reagiere ich ja etwas allergisch, egal ob geschrieben oder gedreht.

Auf jeden Fall:
Schön war's!
Ich finde, Buch Nummer drei braucht auch dringend wieder eine Lesung in Dortmund.

Beste Grüße und schreib bloß weiter!


Growing your hair online in a community like the langhaarnetzwerk is not only nice to become a hairtoy addict and use food for hairtreatments instead for meals. I guess the best part of joining a communitiy is, that you come to know many, many interesting people. And in my case, those people mostly have gorgeous hair!
Last weekend I had the oppotunity to meet a fellow longhair, who spend her in time in Dortmund to promote her second book. Let me introduce's introduce Stefanie Zesewitz, Sarree, on the forum. Coppery thick hair and a nice fable for writing. It was a real entertaining Saturday night event as we came together to listen to her reading.
Unfortunately, her book is only available in German. But in superbrief: Stefeanie created a story around her protagonist Dina, a young naive girl, who moved from the village to the big city Hamburg in the late 1920s. National Socialism is no longer only visible at the horizon, but arriving in people's daily life. As Dina is lesbian that change in political weather afflicts her personally and right into her heart. 
Well written book and a topic which is really too underrepresented in (German?) literature. We all know, that black people are still a minority in books and films, as well as other ethnic groups. But when literature answers the question of which gender love has, the answer seems always to be: "the other". What simply is wrong. Love has no gender. As well as art and litererature shouldn't have (and politics, and work...).

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